
Weltbilder im Wandel
… und wir mittendrin
unsere Woche vom 19.-26. September 26
Es gibt Zeiten, in denen sich die Welt verändert. Alte Gewissheiten verlieren ihre Selbstverständlichkeit, neue Ideen entstehen und Menschen beginnen, vertraute Dinge mit anderen Augen zu betrachten. Der Übergang vom Mittelalter zur Renaissance war eine solche Zeit. Europa begann sich neu zu erfinden. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse entstanden, Künstler entwickelten neue Ausdrucksformen, Gelehrte stellten Fragen, die zuvor kaum denkbar gewesen waren, und selbst die Art zu essen, zu bauen und die Welt wahrzunehmen veränderte sich. Genau dieser spannenden Epoche widmen wir uns während unserer Herbstwoche in Umbrien.
Dabei geht es nicht um trockene Vorträge oder das Auswendiglernen von Jahreszahlen. Wir möchten keine historische Prüfung vorbereiten, sondern eine vergangene Welt erfahrbar machen. Unsere Aufmerksamkeit gilt den Geschichten hinter den Dingen. Warum liegen so viele Städte Umbriens auf Hügeln? Weshalb waren selbst kleine Orte einst von Mauern umgeben? Warum entstanden gerade hier einige der wichtigsten Ideen der frühen Neuzeit? Und was verraten uns ein Garten, eine Kirche, ein Palast oder sogar ein Stück Kuchen über das Denken vergangener Jahrhunderte? Oft genügt ein Detail, an dem man normalerweise achtlos vorbeigehen würde, um plötzlich einen größeren Zusammenhang zu erkennen.
Umbrien eignet sich dafür auf ganz besondere Weise. Die Region hat sich ihren Charakter bewahrt und ermöglicht Begegnungen mit Geschichte, die anderswo längst verloren gegangen sind. Mittelalterliche Städte, Renaissancevillen, Klöster, Kirchen und Plätze bilden keine Kulisse, sondern erzählen ihre Geschichten bis heute. Gemeinsam besuchen wir ausgewählte Orte, entdecken überraschende Verbindungen und lernen eine Landschaft kennen, die über Jahrhunderte hinweg Menschen geprägt hat. Dabei nehmen wir uns Zeit. Nicht möglichst viele Sehenswürdigkeiten stehen im Mittelpunkt, sondern das bewusste Wahrnehmen und Verstehen.
Ein wichtiger Teil unserer Woche ist die Kulinarik. Geschichte lässt sich nicht nur sehen, sondern auch schmecken. Gemeinsam beschäftigen wir uns mit Gerichten, Zutaten und Rezepten, die ihren Ursprung in Mittelalter und Renaissance haben. Manche davon wirken vertraut, andere überraschen durch ungewohnte Kombinationen und Geschmackswelten. Dabei geht es nicht um ein historisches Rollenspiel, sondern um die Entdeckung einer Küche, die oft weit raffinierter war, als moderne Vorstellungen vom Mittelalter vermuten lassen. Gewürze, Handelswege, regionale Traditionen und alte Rezepte eröffnen einen ganz eigenen Zugang zur Geschichte.
Ebenso wichtig wie die Ausflüge und Entdeckungen sind die Stunden dazwischen. Die Villa Il Poggio di Casanova bietet Raum für Gespräche, gemeinsames Essen, ein Glas Wein auf der Terrasse oder einen stillen Blick über die Hügel Umbriens. Viele Teilnehmer berichten nach den Seminaren von den Orten, die sie besucht haben. Noch häufiger sprechen sie jedoch von der besonderen Atmosphäre der Woche, von Begegnungen, Gesprächen und dem Gefühl, für einige Tage Abstand vom Alltag gewonnen zu haben.
Diese Woche richtet sich an Menschen, die neugierig geblieben sind. An Menschen, die Freude daran haben, hinter die sichtbaren Dinge zu blicken und Zusammenhänge zu entdecken. An Menschen, die Geschichte nicht nur lernen, sondern erleben möchten. Und an alle, die sich eine Woche gönnen möchten, die Kopf, Sinne und Neugier gleichermaßen anspricht.
Ihre Gastgeber
Seit beinahe einem Vierteljahrhundert zieht es uns immer wieder nach Umbrien. Was ursprünglich als Reise begann, wurde im Laufe der Jahre zu einer tiefen Verbundenheit mit dieser Landschaft, ihren Menschen und ihren Geschichten. Noch heute entdecken wir bei jedem Aufenthalt neue Orte, unbekannte Winkel, überraschende Zusammenhänge und Anekdoten, die in keinem Reiseführer zu finden sind.
Josef Volsa beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Geschichte, Kultur und den verborgenen Geschichten hinter den sichtbaren Dingen. Neben seiner Tätigkeit als Geomant ist er begeisterter Hobbyhistoriker und Autor mehrerer historischer Kriminalromane. Besonders faszinieren ihn jene Momente, in denen scheinbar unscheinbare Details plötzlich einen größeren Zusammenhang sichtbar machen. Während der Umbrienwochen erzählt er keine trockenen Vorträge und keine endlosen Reihen von Jahreszahlen, sondern Geschichten von Menschen, Orten und Ideen, die bis heute nachwirken.
Silvia Volsa sorgt dafür, dass die Woche auch kulinarisch zu einem besonderen Erlebnis wird. Sie kocht täglich frisch für die Teilnehmer und verbindet dabei regionale Spezialitäten mit jener herzlichen Gastfreundschaft, die viele Teilnehmer besonders schätzen. Die gemeinsamen Mahlzeiten sind weit mehr als nur Verpflegung – sie sind ein wichtiger Teil der Atmosphäre, der Gespräche und des gemeinsamen Erlebens.
Gemeinsam verstehen wir unsere Umbrienwochen nicht als klassische Seminarreise, sondern als Einladung, eine Region mit offenen Augen zu entdecken. Wir möchten keine fertigen Antworten liefern, sondern Neugier wecken, Zusammenhänge sichtbar machen und den Blick für jene Geschichten schärfen, die sich hinter Landschaften, Gebäuden, Speisen und Begegnungen verbergen.